Liebe Kolleginnen und Kollegen,
ich möchte hiermit die ORF-Journalistin Lisa Gadenstätter für den Robert-Hochner-Preis 2026 nominieren – für ihre herausragende Arbeit als Reporterin, Autorin und Host der Reportage-Reihe Dok1.
Lisa hat seit 2019 zahlreiche Sendungen für diese ORF1-Reihe gestaltet, insbesondere möchte ich sie aber für die Dokumentation „Drei Wochen Handy-Entzug – das Experiment“ vom September 2025 nominieren.
Für diese Sendung (Video), die auf einer Idee und dem Buch von Lisa Gadenstätter basiert, wurden 69 SchülerInnen des Gymnasiums Gänserndorf begleitet, die drei Wochen lang auf ihre Smartphones verzichteten. Die Dokumentation löste ein gewaltiges Medienecho und eine anhaltende politische Debatte aus und wurde seither in nahezu allen österreichischen Schulen gezeigt.
Im Frühjahr 2026 wird dieses gesellschaftspolitisch enorm wichtige Experiment gerade in sehr viel größerem Rahmen wiederholt: Unter wissenschaftlicher Begleitung verzichten derzeit rund 72.000 (!) SchülerInnen aus ganz Österreich auf ihre Handys. Lisas neue Dokumentation darüber wird im Mai 2026 ausgestrahlt. Das dieser Tage von der Bundesregierung angekündigte Social Media-Verbot für Kinder zeigt die gesellschaftliche Relevanz dieses Debatte, die durch Lisas Reportagen wesentlich befruchtet wurde.
Lisa Gadenstätters Dokumentationen sind in der Regel nicht unmittelbar innenpolitisch aktuell, behandeln aber ganz wesentliche (gesellschafts)politisch heikle Themen wie zuletzt im Jänner 2026 eine Dok1 zum Thema „Einsam in Österreich“ (Video).
Im Oktober 2025 die Dok1 „Wenn das Dorf stirbt“ (Video).
Im Mai 2025 die Reportagen: „Leben in der Gefahrenzone“ (Video) bzw. „Alles zu viel – Alltag im Ausnahmezustand“ (Video) und „Was von den Nazis übrig blieb“ (Video).
Oder im Februar 2025 die Dok1 „Sprachlos im Klassenzimmer: Krise an Österreichs Schulen“ (Video).
Was die journalistische Arbeit von Lisa Gadenstätter ganz besonders auszeichnet, ist ihr kritisch-wacher aber stets empathischer Zugang und ihr Talent, durch kreative und innovative Gestaltung ein ungewöhnlich junges Publikum für relevante Themen zu interessieren, was seriöser Fernsehinformation nur selten gelingt.
Lisa Gadenstätter wurde 1978 geboren, hat Publizistik und Theaterwissenschaft studiert und arbeitet seit 1998 für den ORF. 2018 erhielt sie (gem. mit Elisabeth Gollackner) den Prälat-Leopold-Ungar-Preis für die Dok1 „Schluss mit Schuld – Was der Holocaust mit mir zu tun hat“. 2020 wurde sie mit dem Fernsehpreis der Erwachsenenbildung für die Dok1 „Sind wir Rassisten? – Der Test“ ausgezeichnet.
Der Robert-Hochner-Preis 2026 wäre ein verdienter Höhepunkt für Lisa Gadenstätters hervorragende Arbeit als Fernsehjournalistin und Dokumentarfilmerin. Ich würde mich sehr freuen, sollte sich die geschätzte Jury meinem Vorschlag anschließen.
Mit besten Grüßen,
Armin Wolf