Armin WolfKategorie: BlogLesezeit: 5 Minute(n)https://www.arminwolf.at/2026/01/15/das-hilft-ja-nur-der-fpoe/„Das hilft ja nur der FPÖ“
Gestern habe ich im ZiB2-Studio Bundeskanzler und ÖVP-Chef Christian Stocker befragt – zu den Ergebnissen der Regierungsklausur und zu einer Bilanz der ÖVP nach dem ersten Jahr Dreier-Koalition (hier nachzusehen). Gleich nach der Sendung bekam ich von Frau S. dieses Mail:
„Wenn Sie Interviews in dieser Form halten, ist es kaum verwunderlich, wenn die ÖVP weiterhin Stimmen verliert und die FPÖ an Stimmen gewinnt. Die Medien stärken damit sehr effizient die FPÖ. Kickl hält sich vernünftigerweise mit derartigen Interviews zurück, so wird er weiter gewinnen. Ist das Ihr Ziel?“
Das fand ich interessant, da ich diese Kritik kenne, seit ich Mitte der 1990er Jahre Innenpolitik-Journalist wurde. Damals hieß es nach kritischen Berichten oder Interviews zur Regierung sehr häufig: „Das hilft alles nur dem Haider. Wollt Ihr das wirklich?“
Ich habe das nie ganz verstanden.
Es geht mir nicht darum, mit meinen Interviews einer Partei zu helfen oder einer anderen zu schaden. Wir befragen im ZiB2-Studio einflussreiche Politiker·innen zu ihren Gesetzen, Handlungen und Plänen. Dabei konfrontieren wir sie – durchaus hartnäckig – mit Kritik, Gegenargumenten und möglichen Widersprüchen. Warum?
Armin WolfKategorie: BlogLesezeit: 68 Minute(n)https://www.arminwolf.at/2026/01/09/ich-bin-nicht-marco-wanda/„Ich bin nicht Marco Wanda“
Seit Anfang 2026 darf ich einmal pro Monat Gastgeber der fabelhaften Ö1-Radioreihe „Im Gespräch“ sein – einer Sendung, die einst Peter Huemer nach seinem (unfreiwilligen) Abschied vom Club2 begründet hat. Als ersten Gesprächspartner habe ich mir jemanden ausgesucht, den man vielleicht nicht unbedingt mit meiner sonstigen Arbeit assoziieren würde: Marco Wanda, den Gründer, Sänger und Songwriter der Wiener Rockband Wanda.
Der Musiker hat letzten Sommer sein erstes Buch veröffentlicht – über die irre Karriere einer Band, die 2015 innerhalb weniger Monate aus dem Wiener Underground zu einem der erfolgreichsten Acts im deutschen Sprachraum wurde, während ihr Keyboarder bald unheilbar erkrankte und 2022 mit nur 32 Jahren starb.
Schmerzhaft offen und literarisch ambitioniert beschreibt Wanda, wie fünf junge Männer mit diesem Hype, mit ihrem Instant-Ruhm, Krankheit, Lügen, Freundschaft, Alkohol und Drogen rangen und wie die Band daran beinahe zerbrach.
Ich fand „Dass es uns überhaupt gegeben hat“ als Lektüre faszinierend – wohl auch, weil es ein Leben beschreibt, das so diametral anders ist als meines. Ähnlich ging es mir mit dem Buch, das praktisch gleichzeitig von Stefan Redelsteiner erschien, dem ersten Manager von Wanda, der dieselbe Geschichte aus einer etwas anderen Perspektive schildert.
Ich dachte mir, das könnte die Basis für ein interessantes Gespräch werden. Und das ist es, finde ich, dann auch geworden. Vor allem auch in den Passagen über den Zustand der Musikindustrie, über #metoo und Social Media.
Eine 52 Minuten lange Radioversion hat Ö1 am 9. Jänner gesendet, unterhalten haben ich mich mit Marco Wanda aber eineinhalb Stunden lang. Das gesamte Gespräch gibt es als Podcast auf sound.orf.at und allen Podcast-Plattformen zu hören.
Und nachstehend ungekürzt zu lesen – mit vielen weiterführenden Links und etlichen Wanda-Videos als Bonus-Tracks. (Meine nächsten Gäste „Im Gespräch“ werden übr. im Februar Carolin Amlinger & Oliver Nachtwey sein und im März die wunderbare Barbara Coudenhove-Kalergi.)
IM GESPRÄCH: MARCO WANDA
Marco Wanda oder Michael Marco Fitzthum, wie Sie ja amtlich heißen – wie rede ich Sie eigentlich an?
Marco.
Und wie stellen Sie sich vor, wenn Marco nicht reicht?
Bis jetzt hat es immer gereicht. Die meisten Menschen, denen ich im Inland begegne, wissen, wer ich bin und wie ich heiße. Ich habe mich, ehrlich gesagt, lange niemandem mehr vorgestellt.
Und wenn Sie irgendwo unterschreiben müssen?
Dann habe ich eine Art Wellenlinie entwickelt, damit das schnell geht. MW in einer geschwungenen Linie.
Und am Amt?
Da habe ich eine andere Unterschrift. Meine amtliche Unterschrift ist nicht deckungsgleich mit meiner Künstler-Unterschrift.
Das ist ja vernünftigerweise so, weil möglicherweise nach Konzerten Menschen einem Dinge vorlegen, die man dann unterschreibt…
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