Alle Beiträge von Armin Wolf

Geboren am 19. August 1966 in Innsbruck. Studium der Politikwissenschaft (mit einer Fächerkombination aus Zeitgeschichte, Soziologie und Erwachsenenbildung) in Innsbruck und Wien. Sponsion 2000, Promotion 2005. Postgraduate-Studium Business Administration in Berlin, MBA 2010. Seit 1985 ORF-Journalist. Ab 2002 Moderator der ZiB2, seit 2010 auch stellvertretender Chefredakteur der TV-Information.

Das Geheimnis meiner „geheimen Investition“

Seit einigen Wochen tauchen auf Facebook ständig neue Werbe-Postings mit Fotos von mir auf, in denen ich angeblich das Geheimnis meiner „jüngsten geheimen Investition“ oder meines „Reichtums“ verraten würde. Das ist natürlich alles FAKE.

Aber extrem ärgerlich. Zum einen, weil vielleicht Menschen auf diesen Schwindel hineinfallen und zum anderen, weil ich grundsätzlich keine Werbung mache (und aufgrund des ORF-Gesetzes auch gar nicht dürfte).

Mittlerweile wird aber klarer, warum diese Fake-Postings immer mehr werden. Der IT-Experte Martin Haunschmid hat sich das näher angeschaut (danke !!!) und ist dabei auf einige interessante Details gestoßen.

Letztlich geht es um Werbung für irgendwelche Kryptowährungs-Spekulationsgeschäfte (Mein tatsächlicher Tipp: Lassen Sie die Finger davon!). Die werden jedoch auf Facebook nicht mehr so einfach ausgespielt, weil es sich dabei sehr häufig um betrügerische Angebote handelt. Deshalb verstecken sich die neuen Anzeigen mit Fotos von Prominenten häufig auch hinter scheinbar harmlosen Seiten, etwa mit Kochrezepten (mit denen habe ich aber auch nichts zu tun, ich kann – zum Verdruss meiner Frau – gar nicht kochen).

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Ganz legal zur „gelenkten Demokratie“

Da ist ein extrem lesenswerter – und erschreckender – Text, wie ein populärer Politiker (völlig legal) die deutsche Demokratie aushebeln könnte.

Screenshot mit LinkVERFASSUNGSBLOG.DE, 9.9.2019

Kandidatin 007

Das ist mal ein wirklich ungewöhnliches Wahlkampf-Video:

Ibiza – Das Buch zum Film (und ein Vorwort)

Heute ist das Buch „Die Ibiza-Affäre“ von Frederik Obermaier und Bastian Obermayer erschienen. „Die Obermayers“, wie das Reporter-Duo mitunter genannt wird, sind Investigativ-Journalisten bei der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG und mit der Enthüllung der Panama-Papers – jedenfalls in der Medienbranche – berühmt geworden.

Ihnen wurde letztes Jahr jenes Bildmaterial angeboten, aus dem am 17. Mai, Schlag 18 Uhr knapp sieben Minuten als „Ibiza-Video“ online und um die Welt gegangen sind. Gemeinsam mit Kollegen vom SPIEGEL hatten sie die vielen Stunden Videomaterial wochenlang geprüft und ausgewertet. Wie sie das gemacht haben und was in den Filmen zu sehen ist, das beschreiben sie in ihrem Buch spannend wie in einem Krimi.

Buch-CoverAbwechselnd erzählt immer ein Kapitel vom Abend in der Mietvilla im Juli 2017 und eines, wie die Reporter zu ihrem Material gekommen sind. Neu ist, dass ihnen das Video bereits im Spätsommer 2018 angeboten wurde. Die Kontakte mit „der anderen Seite“ zogen sich dann – mühsam und teils sehr frustrierend – über viele Monate. Erstmals offenbaren die Autoren, dass sie auch die berühmte russisch-lettische „Oligarchin“ getroffen haben, deren Identität – als einzige im Video – nie bekannt geworden ist. Sie bleibt auch im Buch anonym, versichert aber „entspannt und glaubhaft“, sie hätte gewusst, worauf sie sie einlasse, sei nicht erpresst worden und habe auch kein Geld bekommen. Und: Sie hätte es sich „wesentlich schwerer vorgestellt“.

Anonym bleiben auch jene Menschen, die der SZ und dem SPIEGEL das Bildmaterial angeboten und letztlich übergeben haben. Über allfällige Auftraggeber weiß man auch nach den 269 Seiten nicht mehr.

Die beiden Reporter berichten, wie Ihnen das Video erstmals auf einem manipulierten Laptop vorgeführt wurde, auf dessen Bildschirm ohne Spezialbrille nichts zu erkennen war (um zu verhindern, dass sie etwas abfilmen). Und sie schreiben ausführlich über ihre Zweifel und ihre Ängste, dass sie Fälschern aufsitzen könnten und mit welchem Aufwand das Material – gemeinsam mit dem (Relotius-geschädigten) SPIEGEL – bis ins kleinste Detail überprüft wurde. Gerade diese Kapitel machen „Die Ibiza-Affäre“ auch zu einem Lehrbuch über professionelle Recherche und investigativen Journalismus.

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„Wenn’s nicht krumm war, dann war’s erstaunlich dumm“

Im Schweizer Radiosender SRF3 hat mich Moderator Dominic Dillier für die Talk-Sendung Focus knapp eine Stunde lang über die aktuelle Politik in Österreich, unsere bemerkenswerte Medienlandschaft und meine Arbeit befragt. Hier zum Nachhören:

Screenshot mit Audiolink

Die Schweden-Macher

Das ist eine sehr faszinierende Recherche darüber, wie Schweden im rechtspopulistischen und rechtsextremen Diskurs zu einem universellen Codewort für „Chaos durch Zuwanderer“ geworden ist und zu einem ähnlichen Kampfbegriff wie Soros. Die zentralen Akteure: Die Schwedendemokraten, rechte Websites aus Schweden, Russland und den USA, ein russisches Fernsehteam und eine angebliche Autoteile-Firma aus Berlin.

Screenshot mit LinkNEW YORK TIMES, 10.8.2019

Der Filterclash: Warum wir alle so gereizt sind

Das ist ein sehr lesenswertes, ausführliches Interview mit dem Tübinger Medienwissenschafter Bernhard Pörksen über die große Gereiztheit im digitalen Zeitalter:


Screenshot mit LinkDER TAGESSPIEGEL, 11.8.2019

Eine Frage der Perspektive

Wählen mit dem Gewehr

Nach den jüngsten Schusswaffen-Massakern in den USA ist auf Twitter wieder diese – schon etwas ältere aber sehr bemerkenswerte – Auswertung der Präsidentenwahl 2016 kursiert: Kein anderer Faktor korrellierte so direkt mit der Wahlentscheidung Trump oder Hillary wie der Besitz einer Schusswaffe.

Screenshot mit Link


NEW YORK TIMES, 5.10.2017

So sweet…

Armin Wolf ist Journalist und TV-Moderator. Sein Blog befasst sich v.a. mit Medien und Politik.

Armin Wolf