Mein erstes PROFIL

Lustig, was man alles beim Aufräumen findet. Das war im Dezember 1981 mein erstes PROFIL. Ich war 15 und hatte ein paar Monate zuvor an meiner Hak eine Schülerzeitung gegründet. Journalismus begann mich zu interessieren und die Titelgeschichte hat mich neugierig gemacht. Seither habe ich nur ganz wenige Ausgaben versäumt.

Vier Jahre später war ich als freier Mitarbeiter im Innsbrucker ORF-Landesstudio selbst Journalist. 1988 übersiedelte ich nach Wien in die Außenpolitik-Redaktion des Hörfunks, war 1991/92 als ORF-Korrespondent in Washington und wechselte danach in die Radio-Innenpolitik.

1994 machte mir der legendäre Herausgeber Hubertus Czernin ein Angebot, ins Inlands-Ressort des PROFIL zu kommen. Er war sehr großzügig, ich sehr geehrt, wir hatten tolle Gespräche, ich überlegte zwei Wochen lang intensiv, entschied mich letztlich aber doch, im ORF zu bleiben und ging 1995 als Reporter zu Johannes Fischer in die ZiB2.

Falls jemand die Journalisten-Gehälter aus der Geschichte nachrechnen will: Die 40.000 Schilling, die PROFIL-Herausgeber Peter Michael Lingens 1981 netto verdiente, wären heute inflationsbereinigt ziemlich genau 9.000 Euro. Von der üppigen Gewinnbeteiligung und dem Dienstwagen kann die Herausgeberin 2026 vermutlich nur träumen.

Von den damals prominenten Journalisten auf dem Titelblatt (Günther Nenning, „Staberl“ Richard Nimmerrichter, Franz Kreuzer, Thomas Chorherr, Hugo Portisch, Kurt Vorhofer, Hans Dichand, Eva Deissen, Otto Schulmeister, „Adabei“ Roman Schliesser) leben heute nur mehr Boulevard-Profi Wolfgang Höllrigl (74) und die große Barbara Coudenhove-Kalergi (94), die ich im Frühling für ein ausführliches Ö1-Gespräch getroffen habe.

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