Adolf Hitler im Auto

„LERNEN SIE GESCHICHTE!“

In meinem Job bekommt man ja die seltsamsten Zuschriften – was mitunter zu eigenwilligen Mailwechseln führt:


Von: Initiative Österreichischer DemokratInnen gegen Linksextremismus Wien
An: Zeit Im Bild 2, FI1
Gesendet: 30. Jänner 2013 22:40

Werter Herr Dr. Wolf!
Ich muß im Zusammenhang mit Ihrer heutigen ZiB2-Moderation Kreisky zitieren: „LERNEN SIE GESCHICHTE!“ Adolf Hitler „begann keinen Weltkrieg“ sondern einen Krieg gegen Polen als Antwort auf Provokationen, die sich kein Staatsmann der Welt zu dieser Zeit hätte bieten lassen, zum Schutze der dort bis hin zur Ermordung unterdrückten deutschen Minderheit und zur Durchsetzung territorialer Interessen (Stichwort „Korridor“). Für die Ausweitung zu einem WELTkrieg haben Franzosen, Engländer, Amerikaner, Japaner etc. gesorgt!
MfG
Mag. Peter K., Historiker


s.g. herr k.,
sind sie wirklich historiker? das scheint mir angesichts ihres mails erstaunlich.
mfg, armin wolf


Werter Herr Dr. Wolf!
Danke für Ihre Rückmeldung! Sie wissen es: Journalist/innen sollten faktenbasiert und somit wahrhaftig arbeiten, außerdem mit Kritik ernsthaft und respektvoll umgehen. In diesem Sinn würde ich mich über jene Fakten freuen, die Sie zu der kühnen Feststellung verleiteten „Adolf Hitler hat einen Weltkrieg begonnen“.
Mit freundlichem Gruß
Mag. Peter K., Historiker, Wien


s.g. herr k.,
für den einfachen einstieg empfehle ich ihnen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Zweiter_Weltkrieg
dort finden sie auch bereits durchaus taugliche literaturempfehlungen zur vertiefung. an sich würde man meinen, dass sie das als „historiker“ bereits an der uni gelernt hätten, aber möglicherweise bestehen manche klagen über das ausbildungsniveau der heimischen unis ja auch zu recht.
mfg, aw


Werter Herr Dr. Wolf!
Ich werde, da Sie renitent gegen meine Kritik an der Aussage „Hitler hat einen Weltkrieg begonnen“ sind, den Befund zweier namhafter – über jeden „Zweifel“ erhabenen – österr. Historiker einholen und mich dann wieder melden.
Mit freundlichem Gruß
P. K.


sehr geehrter herr k.,
danke für das angebot, aber ich lege keinen wert auf die fortsetzung dieses meinungsaustausches.
sie können ihre diesbezüglichen debatten ja mit ihren kameradInnen der „initiative demokratInnen gegen linksextremismus“ fortzusetzen.
nur noch ein abschließender tipp von mir: immer auf die einschlägigen bestimmungen des verbotsgesetzes achten!
mfg, aw


(Ohne Anrede, heute 15.49 Uhr)
Dass Sie etwas gegen DemokratInnen haben, die sich – weil sie DemokratInnen sind – gegen Kommunismus und Linksextremismus einsetzen und dabei mit überaus unintelligenten und primitiven Vorurteilen hantieren ist wirklich nicht weiter verwunderlich, Sie sind ja nicht ganz ohne Grund (als unanständig überbezahlter Ansager) beim zwangsgebührenfinanzierten ORF gestrandet!
Ihr Verhalten nährt außerdem die bestehenden Zweifel an Ihrer demokratischen Reife und einer positiven Einstellung zum journalistischen Ethos, der auch Selbstkritikfähigkeit einschließt.
Sie werden trotzdem noch (und zwar dann in einem „offenen Brief“ – es sollen sich andere auch ein Bild über Ihren unanständigen und dümmlichen Umgang mit Kritikern machen können) von mir zu lesen bekommen!
P.K.


Damit endet unsere kurze „Brieffreundschaft“. Dem Wunsch von Herrn K. nach Öffentlichkeit komme ich hiermit gerne nach. Inklusive kleinem Lesetipp.


Ich habe den Nachnamen des Absenders abgekürzt, da ich nicht weiß, ob er echt ist und niemandem mit dem gleichen Namen Probleme machen möchte.