Was ist das Problem des ORF?

Im STANDARD ist gestern ein ausführlicher Artikel über die anstehende Wahl einer neuen ORF-Geschäftsführung erschienen. Und kaum etwas beschreibt das zentrale Problem des ORF besser als dieser Text. Ich habe deshalb auf Bluesky einen längeren Thread zum Thema gepostet. Und bevor ich alles neu schreibe, kopiere ich die Posting-Serie (plus weiterführender Links) einfach hier herein:


Es gibt in Österreich deutlich größere Unternehmen als den ORF. Aber über kein anderes werden solche Artikel geschrieben. Normalerweise vertritt ein Aufsichtsrat die Eigentümer. Das wären beim ORF alle Österreicher·innen. Aber der Stiftungsrat vertritt nicht sie, sondern die politischen Parteien.

Was bedeutet das für Führungskräfte, die von diesem Aufsichtsorgan (wieder)bestellt werden wollen? Dass sie nicht die üblichen Stakeholder überzeugen müssen – Eigentümer, Kunden, Belegschaft -, sondern politische Fraktionen im Stiftungsrat. Diese falsche Incentive-Struktur ist DAS Problem des ORF.

Dann passiert genau das, was die Richterin gerade im Wöginger-Urteil angeprangert hat: Die bestqualifizierten Kandidat·innen bewerben sich für Spitzenfunktionen oft gar nicht, weil sie wissen, dass sie ohne politische Sponsoren ohnehin chancenlos sind.

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