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Wie hart darf ein Interview sein?

Ich bin ja der Überzeugung, dass Medien und Journalist*innen ihre Arbeit und ihr Handwerk heute sehr viel mehr öffentlich erklären und transparent machen müssen als früher – um das Vertrauen des Publikums zu behalten und um sich Kritik zu stellen. Das ist auch ein wesentlicher Grund für diesen Blog – auf dem ich häufig über meine Arbeit schreibe.

In den letzten Tagen kam in der Debatte um mein Interview mit Harald Vilimsky auch die Kritik, ich würde im ZiB2-Studio grundsätzlich versuchen, meine Gesprächspartner stets „aufzublattln“ oder „aufzumachen“ oder gar zu „vernichten“. Für mich ist meine Annäherung an Interviews aber eine ganz andere.

Ich führe natürlich ganz andere Gespräche als Claudia Stöckl in „Frühstück bei mir“. In der ZiB2 sind es in der Regel kontroversielle Interviews mit politischen Akteur*innen über Politik. Es geht weniger um sie als Person und schon gar nicht um Privates. Die Interviews sind in der Regel live und mit sechs bis zehn Minuten recht kurz.

Meine Annäherung ist dabei immer die gleiche, egal, von welcher Partei ein Studiogast kommt und ob er oder sie mir privat oder politisch sympathisch oder unsympathisch sind: Ich konfrontiere sie mit Kritik, Widerspruch und Gegenargumenten zu ihrer politischen Position. Auf diese Weise sollen die Gäste ihre Politik erklären und begründen müssen – und die Zuseher*innen vor dem Fernseher entscheiden, ob sie die Argumentation überzeugend fanden oder nicht, und sie wissen nach dem Gespräch hoffentlich mehr über das Thema und auch über den Gast.

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Womit dürfen wir uns „gemein machen“?

Es ist einer der meistzitierten deutschsprachigen Sätze über Journalismus. Er stammt von Hanns-Joachim Friedrichs, dem legendären TAGESTHEMEN-Moderator – und er steht auch als Motto über dem nach Friedrichs benannten, hoch renommierten Fernseh-Preis.

Vergangene Woche wurde die ARD-Journalistin Anja Reschke damit ausgezeichnet und in ihrer Dankesrede hat sie sich durchaus kritisch mit diesem berühmten Zitat auseinandersetzt, das ihr „seit drei Jahren fast täglich um die Ohren geklatscht wird“. Seit sie am Höhepunkt der „Flüchtlingskrise“ in den TAGESTHEMEN, Friedrichs‘ einstiger Sendung, einen vielbeachteten Kommentar über „Haltung“ im Journalismus präsentiert hat.

Ich kenne das. „Hajo“ Friedrichs ist in Österreich nicht so populär wie einst Robert Hochner, aber auch ich bekomme häufig Mails oder Briefe, in denen unter Verweis auf seinen bekannten Satz kritisiert wird, dass wir im ORF nicht so berichten würden, wie sich das die Absender wünschen. In ihren Augen sind wir parteiisch und machen uns mit etwas oder jemandem gemein (und zwar üblicherweise mit etwas, das die Absender nicht besonders mögen.)

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Wozu Rundfunk-Gebühren? Frequently Asked Questions

Kommenden Sonntag findet in der Schweiz eine Volksabstimmung über die Rundfunkgebühren statt, die dort Billag heißen, und die ab 2019 pro Haushalt jährlich 365 Franken kosten.

Auch in Österreich fordert die FPÖ immer lauter die Abschaffung der ORF-Gebühren. Man wolle nicht den ORF abschaffen, heißt es hier, wohl aber die „Zwangsgebühren“.

Deshalb hier mal ein paar Antworten auf oft gestellte Fragen zum Thema Rundfunkgebühr:


WARUM SOLL ICH ZAHLEN, ICH SCHAUE NIE ORF?

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Wie werden TV-Quoten gemessen?

Obwohl sie ungewöhnlich spät war, haben gestern abend 1,24 Millionen Österreicher ZiB2 geschaut – es war eine der meistgesehenen Sendungen, die wir je hatten. Das lag (hoffentlich) an unserer Sendung, aber gestern auch ganz wesentlich am Vorprogramm: Im Schnitt 1,45 Millionen haben die Opernball-Eröffnung verfolgt – und viele von ihnen sind dann zur ZiB2 (mit der traurigen Nachricht über den Tod von Ministerin Oberhauser) noch geblieben. Aber immer wieder werde ich in Diskussionen, per Mail oder auf Social Media gefragt: Woher wisst ihr das eigentlich, wie viele zuschauen?

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