Die Schweden-Macher

Das ist eine sehr faszinierende Recherche darüber, wie Schweden im rechtspopulistischen und rechtsextremen Diskurs zu einem universellen Codewort für „Chaos durch Zuwanderer“ geworden ist und zu einem ähnlichen Kampfbegriff wie Soros. Die zentralen Akteure: Die Schwedendemokraten, rechte Websites aus Schweden, Russland und den USA, ein russisches Fernsehteam und eine angebliche Autoteile-Firma aus Berlin.

Screenshot mit LinkNEW YORK TIMES, 10.8.2019

Der Filterclash: Warum wir alle so gereizt sind

Das ist ein sehr lesenswertes, ausführliches Interview mit dem Tübinger Medienwissenschafter Bernhard Pörksen über die große Gereiztheit im digitalen Zeitalter:


Screenshot mit LinkDER TAGESSPIEGEL, 11.8.2019

Eine Frage der Perspektive

Wählen mit dem Gewehr

Nach den jüngsten Schusswaffen-Massakern in den USA ist auf Twitter wieder diese – schon etwas ältere aber sehr bemerkenswerte – Auswertung der Präsidentenwahl 2016 kursiert: Kein anderer Faktor korrellierte so direkt mit der Wahlentscheidung Trump oder Hillary wie der Besitz einer Schusswaffe.

Screenshot mit Link


NEW YORK TIMES, 5.10.2017

So sweet…

Richtungswechsel

Sowas macht mich fertig … 😉

Wie funktioniert Journalismus?

Das ist ein wirklich großartiges Projekt für alle, die sich für Journalismus interessieren – vor allem aber für Lehrer*innen und Schüler*innen.

Die vom legendären SPIEGEL-Reporter Cordt Schnibben initiierte Reporterfabrik, eine Art Online-Journalistenschule, zeigt, wie Medien funktionieren. (Offenlegung: Ich bin Mitglied im Fabrik-Kuratorium).


Screenshot mit LinkREPORTERFABRIK, 6.8.2019

Was lernen Politiker*innen in Medientrainings?

Heute Abend beginnen die diesjährigen ORF-Sommergespräche, die meistdiskutierte Interviewserie im heimischen Fernsehen. 1981 fanden sie zum ersten Mal statt – damals, um bei der REPORT-Vorläufersendung POLITIK AM FREITAG die nachrichtenschwächsten Sommerwochen zu überbrücken. Weil 1981 nur drei Parteien im Nationalrat vertreten waren, gab es auch nur drei Sommergespräche: PaF-Chef Peter Rabl sprach mit ÖVP-Chef Alois Mock und FPÖ-Obmann Norbert Steger, SPÖ-Kanzler Bruno Kreisky wurde von Fernsehintendant Franz Kreuzer interviewt.

Berühmt wurde das Steger-Gespräch. Weniger wegen des Inhalts – kein Mensch weiß mehr, was damals gesagt wurde. Sondern weil Interviewer Peter Rabl wegen der Riesenhitze mit dem FPÖ-Chef in den Swimmingpool sprang, um das Gespräch dort zu beenden (Video). Es blieb eine einmalige Einlage.

Steger-Rabl-Pool TOTALE

Das bisher meistgesehene Sommergespräch war 36 Jahre später jenes von Tarek Leitner mit dem damals neuen ÖVP-Chef Sebastian Kurz, wenige Wochen vor der Nationalratswahl 2017. 1.034.000 Zuseher*innen waren durchschnittlich dabei. (Hier eine vollständige Auflistung aller ORF-Sommergespräche bisher, inkl. zahlreicher Screenshots.)

Dieses Jahr gibt es fünf Sommergespräche, erstmals geführt von meinem Kollegen Tobias Pötzelsberger, der im Mai mit seiner fulminanten Moderation einer fast sieben Stunden langen „Ibiza“-Sondersendung schlagartig bekannt geworden ist. Tobias arbeitet erst seit einem Dreivierteljahr in der ZiB-Redaktion, ist aber – trotz seiner relativen Jugend – ein ORF-Routinier. Fast 15 Jahre lang war er Reporter und Moderator im Landesstudio Salzburg und hat dort auch zahllose ausführliche Radio-Interviews mit Politiker*innen geführt.

Der Moderator ist dieses Jahr also neu – altbekannt hingegen wird so manche Antwort-Strategie der fünf Parteichef*innen sein. Auch wenn eine aktuelle Studie über die Sommergespräche zeigt, dass im langjährigen Schnitt drei von vier Fragen der Interviewer*innen tatsächlich beantwortet werden, werden wir auch heute um 21h05 und an den nächsten vier Montag-Abenden beobachten können, wie Spitzenpolitiker*innen Fragen ignorieren, ausweichen oder sehr lange Antworten auf Fragen geben, die gar nicht gestellt wurden.

Das machen Politiker*innen natürlich nicht spontan. Sondern weil sie für Medienauftritte eigens geschult werden. Ich kenne das – häufig frustrierende – Ergebnis seit vielen Jahren aus der Perspektive des Interviewers. Aber wie sieht es aus der Warte derjenigen aus, die Politiker*innen schulen?

Das habe ich Lena Doppel-Prix gefragt, eine erfahrene Kommunikations- und Medientrainerin, die aus vielen ORF-Sendungen auch als Social-Media-Expertin bekannt ist. Lena hat immer wieder Politiker*innen (der SPÖ, der Grünen und der Liste Jetzt) geschult – und zum Start der diesjährigen Sommergespräche für meinen Blog dankenswerterweise diesen Gastbeitrag geschrieben:


Das ist eine wirklich interessante Frage… (die ich nicht gedenke, zu beantworten.)

VON LENA DOPPEL-PRIX

Jeder von uns hat diese Floskeln schon dutzendfach gehört: Das ist eine sehr interessante Frage, aber lassen Sie mich zuerst vorausschicken…; Was wirklich wichtig ist… oder Was wir schon immer gesagt haben, ist… Politiker verwenden sie tagtäglich um Fragen von Journalistinnen zu ignorieren und stattdessen auf eigene Kernbotschaften überzuleiten.

Aber nur weil etwas verwendet wird, muss es ja nicht gut sein. Ist es wirklich ratsam, Fragen von Journalistinnen in Live-Interviews nicht zu beantworten? Trainieren Medientrainer tatsächlich solche Techniken, unterrichten Rhetoriktrainerinnen das Ignorieren von Fragen zum Wohle der eigenen Botschaft? Oder ist es gar nur eine Ausrede für vorbereitungsfaule oder sogar journalistenfeindliche Politiker?

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Drama, Baby!

Das ist unglaublich gut gemacht!
(Danke für den Hinweis, Oliver Das Gupta!)

Einfach vs. kompliziert

Armin Wolf ist Journalist und TV-Moderator. Sein Blog befasst sich v.a. mit Medien und Politik.

Armin Wolf