
Was ist mit dem Bild hinter Sebastian Kurz passiert? Die Auflösung auf vol.at.

Was ist mit dem Bild hinter Sebastian Kurz passiert? Die Auflösung auf vol.at.
Fünf Stunden lang hat ABC-Starmoderator George Stephanopoulos am Sonntag James Comey interviewt, den FBI-Direktor, den Donald Trump entlassen hat. Comeys Autobiografie, die heute erscheint, ist seit Tagen DAS Gesprächsthema in den USA und ABC bekam das erste Interview mit dem Autor.
Der Sender hat das vollständige Transkript des Gesprächs online gestellt. Es ist – logischerweise – endlos lang, aber wirklich lesenswert.
Zum Erwachsensein gehört es auch, Widerspruch und Ärger auszuhalten – und dass jemand anderer Meinung ist. In jeder Kontroverse gekränkt zu sein, ist letztlich eine infantile Haltung.
So etwa würde ich Robert Pfaller in diesem Interview zusammenfassen – und ich finde, da hat er durchaus recht:
Das war ein seltsam zwiespältiger Abend für mich gestern. Ich habe ihn in der deutschen Stadt Marl verbracht, wo seit 1964 jedes Jahr der Grimme-Preis vergeben wird, der angesehenste Fernsehpreis im deutschen Sprachraum, benannt nach Adolf Grimme, einem der Gründerväter des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland.
Ich wurde dort gestern mit einer „besonderen Ehrung“ ausgezeichnet, was die Jury u.a. so begründet hat:
„Die Kenntnis der Hintergründe und Fakten sind Leitlinien seines Erkenntnisinteresses in der Berichterstattung, nicht das Vorurteil. Mit seiner Expertise und journalistischen Hartnäckigkeit klärt er auf und demaskiert demokratiezersetzende Strömungen in Gesellschaft und Politik.“
Ich habe mich über diese große Auszeichnung natürlich sehr gefreut und hatte bei der Preisverleihung einen wunderbaren Abend – bis ich auf meinem Handy vom jüngsten Interview des ehemaligen FPÖ-Vizekanzlers Norbert Steger gelesen habe. Steger ist schon seit über drei Jahrzehnten nicht mehr Vizekanzler, aber er sitzt seit einigen Jahren als FPÖ-Vertreter im ORF-Stiftungsrat (die im Nationalrat vertretenen Parteien dürfen insgesamt 6 der 35 Stiftungsräte nominieren).
Via @AcademiaObscura auf Twitter.
(Danke für den Tipp, Marcelo Jenny!)

Dieser Selbstversuch des GUARDIAN-Autors ist ziemlich erschreckend:
Auf eine sehr interessante Ergänzung zu diesem Artikel hat mich Robert Seyfriedsberger aufmerksam gemacht: Tweet von @danbarker
Wie funktioniert die Strafprozessordnung in Österreich? Was ist der Unterschied zwischen einem Verbrechen und einem Vergehen, zwischen einer Anklage und einem Strafantrag, einer Berufung und einer Nichtigkeitsbeschwerde? Wann landet man vor einem Einzelrichter und wann vor Schöffen oder Geschworenen? Welche Rechte haben Zeugen – und welche die Angeklagten?
Das alles ist für Nicht-Juristen nicht immer leicht nachzuvollziehen. Aber die Recherche-Plattform Addendum hat dazu eine sehr lesbare Übersicht veröffentlicht – quasi eine Einführung für Laien, nicht ganz kurz, aber sehr lehrreich.
Am Dienstag enden die berühmten ersten hundert Tage für das Kabinett Kurz I. Und egal, was man von dieser Regierung hält, kann man eines ziemlich klar konstatieren: Sebastian Kurz ist nicht nur der jüngste Kanzler, den Österreich je hatte, sondern auch der mächtigste Regierungschef seit sehr langer Zeit. In Wahrheit: Der mächtigste seit Bruno Kreisky – und der regierte noch mit absoluter Mehrheit, während Kurz und die ÖVP im Oktober auf gerade mal 31,5 Prozent gekommen sind.
Warum sollte Sebastian Kurz dann besonders mächtig sein?
In der klassischen Definition von Max Weber ist Macht ja die „Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel worauf diese Chance beruht.“ Und die Chancen von Sebastian Kurz, seinen Willen durchzusetzen, sind ziemlich groß – wegen vieler günstiger Umstände, die gleichzeitig zusammenspielen.
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