Österreich → Ungarn?

Das „heute-journal“ des ZDF hat gestern Abend eine Reportage über die Angriffe der FPÖ auf den ORF gebracht – und auch berichtet, wohin die Attacken der Regierung auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Ungarn geführt haben.

ZDF-Bild mit Videolink

Und die aktuelle ZEIT hat einen sehr lesenswerten Artikel über die Debatte rund um den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in der Schweiz und in Österreich:

Screenshot mit Link

Zu Gast im FALTER-Radio

Der aktuelle FALTER hat eine lesenswerte Titelgeschichte von Herausgeber Armin Thurnher über die Angriffe der FPÖ auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Man kann sie online lesen (für € 0,99) oder im gedruckten Heft.

Falter-Cover: "Jagd auf Wolf"

Kostenlos gibt es einen FALTER-Podcast – eine Diskussionsrunde, zu der Raimund Löw neben Armin Thurnher und Nina Horaczek auch STANDARD-Medienredakteur Harald Fidler und mich eingeladen hat. Die Diskussion dauert knapp 45 Minuten. Eine kurze Zusammenfassung haben STANDARD und PRESSE. Hier die gesamte Sendung:

500.000 Unterschriften GEGEN das Rauchverbot?

Seit die Unterstützungserklärungen für das „Don’t smoke“- Volksbegehren der Ärztekammer und der Krebshilfe die Server des Innenministeriums überlasten, kursiert immer wieder eine Zahl der Rauchverbots-Gegner: Es hätten auch 500.000 Menschen gegen das Rauchverbot in der Gastronomie unterschrieben.

In einer Studiodiskussion in der ZiB2 hat der Wirt und Aktivist Heinz Pollischansky diese Zahl gestern wiederholt: „Vor einigen Jahren haben wir eine Umfrage gestartet mit den Wirten, wo die Leute unterschreiben haben müssen, ihren Namen sagen müssen, ihre Adresse draufschreiben müssen und so weiter, und wir hatten 500 000 Unterstützer.“

Aber woher kommt diese Zahl?

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Zum Thema „Lügen“…

… ist mir am Wochenende in meinem Archiv noch etwas untergekommen.

Wenige Tage vor dem ORF-Sommergespräch 2012 hat FPÖ-Chef Strache auf seiner Facebook-Seite jemandem geantwortet. Es ging um unser letztes Sommergespräch von 2005 und um eine – angeblich von ihm selbst verfasste – Rezension seines „Lieblingsbuchs“, die in Wahrheit fast vollständig von einer rechtsextremen Website abgeschrieben war. Strache dazu 2012 auf Facebook:

„Die damalige Behauptung von Herrn Armin Wolf hat nachweislich nicht gestimmt. Die Zusammenfassung des Buches ‚Der Waldgang‘ war nicht wie von Armin Wolf fälschlich behauptet abgeschrieben, sondern lediglich … ein Satz fast wortident. … Soviel zum wesentlichen Unterschied einer bewusst falschen Behauptung eines ORF-Moderators … Spannend, wie manche mit der Wahrheit umgehen!“

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Wow, das ist schon sehr beeindruckend…

… in den letzten beiden Tagen. Meine Mailbox quillt über mit wirklich netten Mails und praktisch alle Zeitungen des Landes haben sehr klare Leitartikel gebracht, vom FPÖ-kritischen STANDARD bis hin zur ORF-kritischen KRONE, in der Claus Pandi von einer „Hasskampagne“ und „brandgefährlichem Unsinn“ schreibt.

Die massiven Attacken der FPÖ auf den ORF waren selbst Reuters, der größten Nachrichtenagentur der Welt, eine ausführliche Geschichte wert, deutsche und Schweizer Medien berichten ohnehin extensiv.

Einen besonders lesenswerten Leitartikel hatte aber der KURIER (siehe oben), ungewöhnlicherweise sogar auf seiner gesamten Seite 1, und geschrieben von Herausgeber Helmut Brandstätter, der an sich kein großer Fan von mir ist.

Ich finde die Solidarität der vielen Journalisten-KollegInnen und von vielen hundert ZuseherInnen wirklich beeindruckend – und freue mich sehr.

Auch wenn mich die dreistellige Zahl an noch immer ungelesenen Mails in meinem Eingangsordner derzeit etwas stresst. Es soll mir echt nix Schlimmeres passieren… Vielen Dank!

„Herr Strache ist Vizekanzler, nicht Satiriker“

Der deutsche Medien-Branchendienst meedia hat mit mir nochmal recht ausführlich über Herrn Straches „Beitrag zum Faschingsdienstag“ gesprochen (wie er sein Facebook-Posting von gestern heute nennt):

Es war also nicht so gemeint…

Herr Strache hat sein Facebook-Posting über mich ergänzt: Es tue ihm leid, „wenn Wolf das persönlich genommen hat“, es sei „nicht personenbezogen“ gewesen. Was interessant ist bei einem Plakat, das nur aus meinem Foto besteht und auf dem als einziger mein Name steht.

Herr Strache hat mich auch angerufen, um mir das selbst zu sagen. Er hätte sich über den ORF geärgert und einen Bericht von Tirol-heute. Dass ich nichts mit Tirol-heute zu tun habe, weiß er natürlich.

Da ich seither mehrfach gefragt wurde, ob ich bei meiner Klage bleibe. Ja, das tue ich. Erstens steht das diffamierende Fake-Plakat unverändert bei Herrn Strache online und wird von seinen Fans fleißig weiter geteilt. Und machen wir doch ein kleines Gedankenexperiment:

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Ich habe in 32 Jahren als Journalist noch nie wen geklagt

Aber jetzt mache ich eine Ausnahme.
Heinz-Christian Strache hat heute auf seiner privaten Facebook-Seite mit immerhin 40.000 Fans ein gefaktes ORF-Plakat mit einem großen Bild von mir gepostet und dem Text: „Es gibt einen Ort, an dem Lügen zu Nachrichten werden. Das ist der ORF. Das Beste aus Fake News, Lügen und Propaganda … Im Fernsehen. Im Radio. Und auf dem Facebook-Profil von Armin Wolf.“  (Mehr dazu hier.)

Nun bin ich wirklich nicht wehleidig und Herr Strache hat ja schon einiges Unfreundliches über mich gepostet, aber „Lügen“ – also das wissentliche Verbreiten von Unwahrheiten – hat mir in mehr als drei Jahrzehnten Arbeit als Journalist noch nie ein Politiker vorgeworfen. Und schon gar nicht der Vizekanzler der Republik.

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Weniger Facebook, mehr Blog

Mark Zuckerberg und ich hatten einen Deal.
Also, nicht persönlich, aber seit ich auf Facebook im Jahr 2010 eine Fan-Page angelegt hatte, war unser Deal, dass ich dort Texte schreibe, die ziemlich viele Menschen abonniert haben (bis heute Mittag waren es 294.487) und dass Facebook meine Postings meinen Abonnenten und auch ihren Freunden – wenn die Texte geteilt werden – zeigt.

Ich habe so für Inhalte, mit denen ich vor allem auch jüngere Menschen erreichen wollte, Leser bekommen – und Facebook hat gratis Inhalte bekommen, neben denen Werbung verkauft werden konnte.

Und dieser Deal hat für uns beide einige Jahre lang sehr gut funktioniert. Ich habe meine FB-Seite wie einen Blog verwendet, relativ selten was geschrieben, aber mit vielen Postings weit über eine Million Leute erreicht (mit einem Text zur Flüchtlingsdebatte sogar fast vier Millionen) und mit praktisch jedem Posting mehrere hunderttausend. Und Facebook hat mit meinen Gratis-Inhalten – und den Inhalten von Millionen anderen Pages – sehr, sehr viel Geld verdient.

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Was läuft im Mathe-Unterricht falsch?

Ich bin recht häufig in Schulen eingeladen, immer in den obersten Klassen vor der Matura. Und ich frage dort oft: Wer von euch hatte schon mal Nachhilfe? In der Regel sind es gute zwei Drittel. Und fast alle im gleichen Fach: Mathematik.

Irgendwas läuft falsch im Mathe-Unterricht – und ich glaube, es liegt nicht primär an der Zentralmatura (um die es in diesem Kommentar heute im STANDARD geht), denn das war mit der alten Matura auch schon ganz ähnlich.

Wenn in fast jeder Schule in einem einzigen Fach mehr als die Häfte der Schüler externe Nachhilfe braucht, gibt es ein grundsätzliches Problem (mal abgesehen von der sozialen Ungerechtigkeit, weil Nachhilfe wirklich teuer ist).

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Armin Wolf ist Journalist und TV-Moderator. Sein Blog befasst sich v.a. mit Medien und Politik.

Armin Wolf