TV-Duell – aber richtig

Es sind 21 Seiten, die hierzulande so unvorstellbar wären. Bis ins kleinste Detail haben die Wahlkampf-Manager von Obama und Romney vertraglich vereinbart, wie die insgesamt vier TV-Debatten abzulaufen haben: Hier der gesamte Text.

Da gilt z.B. strengstes Taferl-Verbot: „No props, notes, charts, diagrams, or other writings or other tangible things may be brought into the debate by any candidate.“ (S. 3)

Die Kandidaten dürfen einander keine direkten Fragen stellen und niemanden im Publikum direkt ansprechen; wer gerade nicht antwortet, darf nicht gefilmt werden; das Publikum darf weder applaudieren noch lachen noch sonst irgendwas tun außer stumm zuhören und es darf während der Debatte auch nicht gezeigt werden. Und schließlich ist es den Kandidaten verboten, irgendwas zum Draufsteigen mitzubringen, das sie größer erscheinen läßt, als sie sind (S. 15).

Wie sich das alles auf die Debatten auswirkt, lässt sich heute Nacht wieder beobachten, wenn Obama und Romney zum zweiten Mal aufeinander treffen.

„2 Milliarden live bei Stratos“ – Nicht wirklich.

Es war ein absolut faszinierendes Fernseh-Ereignis, als Felix Baumgartner da gestern am Rand seiner Kapsel stand, 39 Kilometer über dem Erdboden, und sich einfach fallen ließ. Und es war ein historischer Quoten-Erfolg.

Mehr als drei Millionen Österreicher sahen den Rekord-Sprung live: 2,28 Millionen auf ORFeins und 830.000 in ServusTV. Damit war Stratos das meistgesehene Live-Event, seit es den Teletest in Österreich gibt. Unglaubliche 80 Prozent aller Österreicher, die gestern Abend vor dem Fernseher saßen, haben Baumgartners Sprung gesehen.

„Geschätzte zwei Milliarden Menschen verfolgten das Spektakel weltweit“, schreibt jetzt die KRONE.

Das geht sich allerdings bei weitem nicht aus.

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Mein Bilanz der Sommergespräche

Die fünf Sommergespräche 2012 sind vorbei, sie sind mir unterschiedlich gelungen, aber zumindest die Zuseherquoten waren hervorragend, die höchsten, seit es die Interview-Reihe gibt. Vielen Dank für Ihr Interesse!

In einem ausführlichen Chat mit STANDARD-UserInnen habe ich heute meine Bilanz gezogen: Welches Gespräch für mich das schwächste war, warum ich die Sommergespräche 2013 definitiv nicht machen werde, wer bisher mein liebster Gesprächspartner war und warum Herr Vilimsky offenbar wenig Gespür für Ironie hat.

Heinz-Christian Strache und sein Lieblingsbuch

Bei den Recherchen zum ORF-Sommergespräch 2005 stieß ich auf der Homepage von Heinz-Christian Strache auf eine kleine Besprechung seines angeblichen Lieblingsbuches: „Der Waldgang“ von Ernst Jünger, ein schwülstiges, eher schwer zu lesendes Büchlein über den Anarchen“.

Da die Rezension ungewöhnlich geschrieben war, googelte ich ein paar Formulierungen und fand sie tatsächlich wieder. Auf einer rechtsradikalen „Heimatseite“ aus dem Jahr 1998, (mit)geschrieben von einem ehemaligen bekennenden Neonazi (und Paintball-Kameraden Straches).

Ich hielt das dem FPÖ-Chef damals im Interview vor, die Szene hat auf YouTube mittlerweile einige hunderttausend Views:

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Armin Wolf