White Christmas – Just like the ones I used to know…

Als ich in den 1970er Jahren ein Kind in Innsbruck war, verlief der 24. Dezember bei uns zuhause jedes Jahr gleich.

Erstmal war er viel zu lang. Ausgerechnet dieser Tag war der längste im ganzen Jahr, mindestens doppelt so lang wie jeder andere.Obwohl schon Weihnachtsferien waren, wachte ich vor Aufregung noch früher auf als sonst – aber es gab nichts zu tun. Keine Schule, nichts zu lernen und weil ja das Christkind für die Geschenke zuständig war, musste auch nichts besorgt oder verpackt werden. Als einzige Beschäftigung blieb, die Zeit bis zum Heiligen Abend totzuschlagen.

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Sind ZiB 2-Interviews zu hart?

Noch ein Nachtrag zum Thema TV-Interview – ein Schatz aus dem ORF-Archiv: ein knallhartes Interview mit dem damaligen Sozialminister Anton Proksch zum Thema Alkoholismus.

(Zeigen Sie das bitte keinem aktiven Politiker! Nicht, dass wer auf Ideen kommt…)

 

Warum ich Prinz Charles nicht interviewe

Kürzlich habe ich hier was Längeres über ZiB2-Interviews geschrieben. Dazu passt irgendwie, was heute im „Independent“ steht: Wer den britischen Thronfolger fürs Fernsehen interviewt, muss einen 15-seitigen Vertrag unterschreiben.

Die Highlights: Jede einzelne Fragen muss wörtlich vorarb bekannt gegeben und abgesegnet werden. Das PR-Team des Prinzen kann das Interview jederzeit abbrechen. Über den Abbruch darf in keiner Form berichtet… werden. Der Roh- und der Feinschnitt des Interviews müssen vor der Sendung vorgelegt und genehmigt werden, ebenso alle Trailer und Presseaussendungen.
Absurd.

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Wie sehr müssen wir uns vor Terror fürchten?

Am Montag dieser Woche hat FPÖ-Obmann Strache auf einer FB-Seite sehr empört ein Video gepostet – von Muslimen, die angeblich über die Anschläge von Paris jubeln würden. Wie sich schnell herausstellte, war das Video von 2009. Es waren feiernde Fans nach einem Cricket-Match in Pakistan, mit Terror oder Paris hatte es rein gar nichts zu tun. Auf der Strache-FB-Seite wurde das Video irgendwann kommentarlos wieder gelöscht.

Heute postet Herr Strache unter dem höflichen Titel „Zitate aus der Irrenanstalt“ sehr empört, der „ORF-Wolf“ – gemeint bin offenbar ich – hätte „Unfälle mit gezielten Morden“ verglichen. Seine FB-Seite hat ca. 280.000 Fans und bis jetzt hat mir sein Posting einige Dutzend Nachrichten von Strache-Fans eingebracht, in denen „charakterloses Arschloch“ zu den freundlicheren gehört und „Warte nur, bis ich dich im Straßenverkehr treffe“ zu den unfreundlicheren.

Was ist tatsächlich passiert?

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Live oder nicht live – Das ist oft die Frage

„Das Gespräch haben wir aus Termingründen aufgezeichnet“, das ist ein Satz, der immer wieder in der ZiB2 fällt. Und nicht wenige Zuseher beklagen sich darüber, dass „so viele Interviews nicht mehr live sind“. Aber warum ist das so?

Wir versuchen für jede Sendung den möglichst interessantesten Gast zum wichtigsten Thema des Tages zu bekommen. Das ist jedenfalls unser Anspruch. Nicht immer gelingt uns das, weil uns nicht jeder Gast, den wir einladen, auch zusagt. Mitunter haben Menschen, die wir anfragen, tatsächlich keine Zeit oder sie wollen kein Interview geben (gerade PolitikerInnen entscheiden das sehr strategisch) oder es ist schlicht unrealistisch, sie für die ZiB2 zu bekommen.

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Was darf ein Interviewer im ORF?

Weil das Interview mit Susanne Winter nun doch noch eine ziemlich heftige Debatte ausgelöst hat, noch schnell ein paar Gedanken dazu.

Nein, ich bin mit dem Interview nicht zufrieden. Ich bin nie zufrieden mit meinen Interviews, jedes einzelne würde ich – hätte ich die Gelegenheit dazu – in manchen Teilen oder sehr grundsätzlich anders machen. Es hat einen Grund, warum ich ein Beckett-Zitat so gerne mag, das verkürzt lautet: Try. Fail. Try again. Fail again. Fail better.

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Warum feiern wir am 26. Oktober Nationalfeiertag?

„Weil da 1955 die letzten Besatzungssoldaten Österreich verlassen haben“, haben viele von uns in der Schule gelernt. Das ist aber falsch.

Tatsächlich wurde am 26. Oktober 1955 im Nationalrat die „immerwährende Neutralität“ Österreichs beschlossen. Zehn Jahre später wurde dieser Tag dann zum Nationalfeiertag erklärt (ursprünglich übrigens ohne arbeitsfrei zu sein).

Das war damals nicht ganz unumstritten und ist auch recht ungewöhnlich. Normalerweise wird mit einem Nationalfeiertag ja die Unabhängigkeit eines Staates gefeiert – dementsprechend wurden auch lange der 12. November (Ausrufung der Republik 1918), der 27. April (Unabhängigkeitserklärung 1945) und der 15. Mai (Staatsvertrag 1955) als Feiertage diskutiert.

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